Runder Tisch zur beruflichen Bildung

von links: Jürgen Steltner, Sabine Schroeder, Marja-Liisa Völlers, Sven Janßen und Herbert Habenicht Bild: Büro Völlers

Im Juni 2018 hat der Deutsche Bundestag die Enquete-Kommission „Berufliche Bildung in der digitalen Arbeitswelt“ eingesetzt. Ich bin Mitglied dieser Kommission. Für die Landkreise Schaumburg und Nienburg habe ich jetzt einen Runden Tisch zur beruflichen Bildung ins Leben gerufen. In einem ersten Treffen habe ich mit den Schulleitungen der hiesigen berufsbildenden Schulen (BBS) besprochen, vor welchen Herausforderungen sie angesichts der Digitalisierung stehen.

Ich denke, es gibt vor allem drei Punkte, um die wir uns in der Enquete-Kommission kümmern müssen: digitale Ausstattung, Weiterentwicklung der Berufsschullehrerausbildung und Imageverbesserung der beruflichen Bildung.

Um heimischen Input für meine Arbeit in der Enquete-Kommission zu bekommen, habe ich mich mit Sabine Schroeder (Schulleiterin der BBS Nienburg), Jürgen Steltner (Schulleiter der BBS Stadthagen), Sven Janßen (ständiger Vertreter des Schulleiters der BBS Stadthagen und Informatiklehrer) und Herbert Habenicht (Schulleiter der BBS Rinteln) in Stadthagen zusammengesetzt. Erfahrungsberichte sind unabdingbar für meine Arbeit. Der persönliche Austausch ist mir sehr wichtig, damit ich ein umfassendes Bild erhalte und möglichst viele Ideen und Anregungen vor Ort sammeln kann. Ziel der Enquete-Kommission ist es, dem Deutschen Bundestag vor Ende der Legislaturperiode konkrete Handlungsvorschläge zur Digitalisierung in der beruflichen Bildung vorzulegen.

Habenicht betonte in der Gesprächsrunde, dass die Bundesregierung bei der Digitalisierung der Schulen nicht nur darauf achten dürfe, dass die entsprechenden Geräte zur Verfügung stehen. Es sollten vor allem auch die Lehrenden gefördert werden. Sie müssten besser geschult und ausgebildet werden, um ihren Bildungsanspruch in der Digitalisierung gerecht werden zu können. Steltner merkte an, dass es bisher keine „Digitaldidaktik“ gäbe. Diese sei aber dringend notwendig. Auch die Nienburgerin Schroeder stimmte zu: „Eine tolle Ausstattung allein reicht nicht – die Kolleginnen und Kollegen müssen abgeholt und mitgenommen werden.“

Ich bin für die SPD in der Enquete-Kommission unter anderem für die Qualifizierung und Weiterbildung von Berufsschullehrerinnen und -lehrern zuständig ist und sehe mich in diesem Punkt bestätigt. Durch persönliche Gespräche mit Lehrkräften weiß ich, dass einige regelrecht Angst vor der Digitalisierung haben. Hier müssen wir Lösungen finden. Die Ausbildung muss sich ändern und zukunftsgewandter werden. Außerdem müssen wir denjenigen, die bereits an den Berufsschulen unterrichten, gute Weiterbildungen anbieten und unterstützend zur Seite stehen.